Welpenaufzucht

In den ersten 4 Lebenswochen werden die Welpen von der Hündin gesäugt. Man sollte allerdings täglich das Gewicht der Welpen kontrollieren. Es ist zu empfehlen, eine Gewichtstabelle zu führen. So behalten Sie alles im Überblick. 

Es ist normal, dass die Welpen am 1. Tag nach der Geburt eine leichte Gewichtsabnahme aufweisen. Danach sollte die tägliche Gewichtszunahme bei ca. 10 % des Welpengewichts (am Vortag)  liegen. Innerhalb von den ersten 10-12 Tagen verdoppelt sich das Geburtsgewicht sogar.

 

 

Falls Sie merken, dass die Kleinen massiv am Gewicht verlieren oder schlecht zunehmen, ist die künstliche Zufütterung leider unumgänglich. Es gibt viele Anbieter auf dem Markt, die eine qualitative Welpenmilch herstellen, bei manchen wird sogar die Milchflasche auch mitgeliefert. Zu empfehlen sind die Trockenmischungen von Meradog ( Mera Dog care Welpenmilch 2kg Packung schon ab ca. 23 EUR bei Fressnapf erhältlich / über das Internet sogar billiger ) und 1st age Milch oder Babydog Milch von Royal Canin  , die recht gut verträglich allerdings erheblich teurer sind.

 

Die Mischung wird nach der Anleitung zubereitet und temperiert 37,8°C  in den ersten Tagen stündlich, später alle 2-3 Stunden (auch während der Nacht) den Welpen angeboten. Am besten in waagerechten Stellung die Welpen füttern , um die Fehlschlucken zu vermeiden. 

Da der Harn- und Kotabsatzreflex bei den Welpen erst durch das Lecken des Afters durch die Hündin ausgelöst wird, sollte man bei der künstlichen Aufzucht den Unterbauch des Welpen mit dem eingeöltem Finger in kreisenden Bewegungen massieren. Erst dann kommt es zum Stuhlgang, der bei den Welpen gelb-breiig ist. 

Ab der 4. Woche wird zugefüttert . Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welpen - Trockenfutter fein zermahlen und mit Wasser aufweichen, eine fertige Mischung nehmen ( zum Beispiel Starter mousse von Royal Canin ) oder BARF Methode . Alles hat ihre Vorteile und Nachteile. Das Erste ist recht günstig , das Zweite gut verträglich und praktisch , das Dritte eher Hunde gerecht und liefert gute Wachstumsgeschwindigkeit. Da sollte schon jeder seinen eigenen Weg gehen. Bei dem aufgeweichten Futter müssen Sie immer im Kopf behalten, dass es bereits nach 30 Minuten zu gehren beginnt ! Niemals stehen lassen, um es später zu verfüttern. Da sind die Magenprobleme schon vorprogrammiert.      

BARF - Fütterung

Haben Sie sich für BARF Methode entschieden, sollen Sie langsam anfangen! Am besten erst mit maximal 2 verschiedenen Fleisch- und pflanzlichen Komponenten pro Woche beginnen, da das Immunsystem eines Welpen erst lernen muss, die Proteine als einen Futterbestandteil zu identifizieren. Es entwickelt sich eine

"orale Toleranz ".

Wie viel Futter braucht mein Welpe ?

Es kommt auf den Alter des Welpen und sein Gewicht an. Ab der 8. Lebenswoche braucht der Welpe je nachdem ca. 6% seines Eigengewichts als tägliche Futtermenge.

Zum Beispiel :

Alter 2 Monaten ; Welpengewicht : 5 kg ; Tagesration 6% vom Eigengewicht : 300 g (davon 80% tierisch, 20% pflanzlich) + 14,2 g von Kalziumcitrat.

Mit 4 Monaten sind es dann 5% , mit 10 Monaten 3%, mit 12 und später nur 2,5% des Eigengewichts. 

Der tatsächliche Futterbedarf wir natürlich noch von vielen Faktoren, wie Aktivitäten des Welpen und seiner Wachstumsgeschwindigkeit beeinflusst. Man sollte regelmäßig das Gewicht des Welpen kontrollieren. Der Welpe sollte wohl ernährt, aber niemals dick sein. Sonst leiden die Gelenke. Wichtig ist es immer auf den erhöhten Kalziumbedarf zu achten!  

 

Wie viele Mahlzeiten braucht mein Welpe ?

Egal ob BARFen oder nicht , Welpen brauchen immer viel mehr Mahlzeiten als die ausgewachsene Hunde.

In der ersten Lebenswoche wird alle 2 Stunden die Flasche gegeben oder gesäugt. Später dehnt man es aus , alle 3-4 Stunden. Ab der 4-ten Woche wird es zugefüttert. Bis zum Alter von 4 Monaten sollte man die tägliche Futtermenge in 4 Portionen aufteilen , bis in den Alter von 6 Monaten in 3 , später in 2 . 

 

Was gehört nicht in den Hundenapf ?

- kein rohes Schweinefleisch / Wildschweinefleisch geben, auch kein Rohschinken oder Salami, etc.

Da ist die Gefahr der Ansteckung mit dem Aujeszky - Virus / Pseudotollwut einfach zu groß. Für die Menschen ist es ungefährlich, für die Hunde aber absolut tödlich. 

 

- Tomaten , Paprika , Peperoni, Auberginen  sind Nachtschattengewächse, für Hunde giftig

 

- Zwiebeln, Knoblauch, Lauch gehören zu den Zwiebelgewächsen und enthalten den schädlichen

N-Propyldisulfid und Allicin. Bereits ab 4 g pro 1kg Körpergewicht wirkt es sehr stark toxisch!

 

- Hülsenfrüchte : Erbsen, Bohnen, Linsen enthalten roh ein Gift namens Phasin. Gekocht wird es neutralisiert, verursacht aber trotzdem starke Blähungen und Bauchschmerzen bei den Hunden.

 

- Sojaprodukte , wie Tofu, etc. : verursachen starke Blähungen und allergische Reaktionen.

 

- Weintrauben, Rosinen enthalten die Substanzen , die den Kalziumwerte im Blut stark ansteigen lassen . Die Folge sind Anstieg von Nierenwerten, bis zur Nierenversagen. Vor allem bei kleinen Hunderassen oder Welpen ist es sehr gefährlich.

 

- Quitten enthalten den toxischen Tannin

 

- Macadamianüsse enthalten bestimmte Pflanzengifte : cyanogene Glykoside 

 

- Avocado enthält ein Toxin : Perisin. Der führt bei den Hunden sogar zur Schädigung des Herzmuskels!

 

- Speisepilze sind auch Tabu , mit Ausnahme von Heilpilzen , wie Shiitake oder Reishi

 

- Kakao, Schokolade, Kaffee enthalten für die Hunde giftigen Theobromin  

 

- rohen Fisch sollte man am besten für 24 Stunden bei -35°C einfrieren oder 1 Woche bei -20°C , so werden die Rickettsia - Bakterien abgetötet.

 

 

Gehört Getreide in den  Hundefutter ?

Im Grunde ist die Fütterung von Getreide (Weizen, Reis, Hafer, etc.) für den Hund unnatürlich. Sinnvoll ist ein kleiner Anteil an den stärkehaltigen Futter nur bei den sehr großen Hunderassen, säugenden Hündinen und Sporthunden, da ihr Energiebedarf durch rein tierische Eiweiße nicht  komplett abgedeckt werden kann. Unbedingt lange kochen. 

 

Wie viel Wasser braucht ein Hund am Tag ?

Es kommt auf den Gewicht des Hundes , sowie sein Futter, Umgebungstemperatur und Tätigkeiten an.

Der Richtwert liegt ca. bei 35-60 g Wasser pro 1 kg Körpergewicht am Tag

Beim BAFRen reduziert sich die Trinkmenge drastisch , da das Wasser über den Futter aufgenommen wird. 

Bei hohen Außentemperaturen und Sport steigt der Wasserbedarf stark an. Daher sollte der Hund immer Zugang zum frischen Wasser haben. 

Züchter
Andre´Schall

Kreuzfeldstrasse 11

77815 Bühl

 

andre-schall@web.de
Tel.: 01629177208